Der erste Monat in Peru hatte es ziemlich in sich. Wir waren erschöpft. Die letzten beiden Tage in Lima nutzten wir um uns auszuruhen und Aikos größte Bildungslücke zu schließen: Wir deckten uns mit Oreo -Keksen und Marmorkuchen ein und schauten uns Predator 1 bis 3 an.

Gut erholt und zuckerkrank flogen wir einen Tag später nach Chile. Dieses Land war mir von Anfang an sympathisch. Gute Straßen, trinkbares Leitungswasser und ein ziemlich beliebtes Bier namens Becker, was manchen Chilenen mit Freude grinsen lässt, wenn er sich meinen Pass anschaut.

Chile hatte landschaftlich einen guten Ruf zu verteidigen. Che Guevara hatte mir mit seinen Motorradtagebüchern das Land schmackhaft gemacht. Wir düsten per Flugzeug in die Atacama Wüste im Norden Chiles. Atacama, die trockenste Wüste der Welt hat überraschend viel zu bieten und wir hatten leider nur 3 Tage Zeit. Ohne Rücksicht auf Verluste knallten wir unseren Stundenplan mit Touren voll und haben dafür einiges geboten bekommen.

Wir sahen den Sonnenuntergang am Valle de la Luna (Tal des Mondes), einen glasklaren Sternenhimmel, Salzfelder, Lagunen, Flamencos, viel Wüste und zum Schluss einen ziemlich heftigen Sandsturm, bei dem die Straßen kaum noch zu sehen waren.

Zurück in Santiago angekommen, waren wir durch den Schlafmangel und die Tourerei wieder genauso K.O wie vor der Predator-Filmreihe. Mehr Kekse und Marmorkuchen mussten her, denn auch Terminator 2 hatte mein junger Reisebuddy noch nicht gesehen. Der Power-Balken war nun auf 100 und es ging nach einem Monat Pause nun wieder zum Surfen.

Kurz nach unserer Ankunft in einem schönen kleinen Örtchen namens Pichilemu, ging es direkt zum Spotcheck an den Hauptspot, Punta de Lobos. Eine fette schiebende Linke rollt hier rein wie ein ICE und walzt alle Steine und manchen Surfer in der Impact-Zone nieder. Bis wir den ersten Ronny mit einem gesnappten ( komplett durchgebrochenen) Board gesehen haben, dauerte es ca. 15 Minuten.

Das war nix für mich, aber für Aiko genau das richtige. Also buchten wir uns in verschiedenen Hostels ein, denn der Beachbreak (Strand), an dem ich mich versuchte, war ein Paar Kilometer weiter nördlich. Aiko surfte seine Wände und ich planschte im Beachbreak. Das Wasser war so kalt, dass jeder Duck-dive in einem Brain-Freeze resultierte und nach spätestens einer Stunde wurden meine Füße taub vor Kälte.

Da ich gegen Ende November in Ecuador sein musste, entschied ich mich Richtung Norden aufzubrechen. Aiko hatte nur noch eine Woche bis zu seinem Rückflug übrig und blieb natürlich an seiner Paradieswielle. Wir verabschiedeten uns voneinander mit einer Umarmung und zwei Tränen und ich reiste von nun an alleine weiter.

Ich machte einen kurzen Zwischenstopp in Valparaiso, eine Künstlerstadt, die vor allem für ihre Streetart Kultur bekannt ist.

Danach ging es mit Vollgas weiter und nach ca. 54h Stunden Busfahrt und einem kleinen Zwischenstopp im Norden Chiles war ich wieder in Peru. Südlich von Lima nistete ich mich ein und begann wieder zu surfen. Eigentlich wollte ich ab jetzt nur noch surfen, da es bisher insgesamt etwas zu kurz kam. Doch es dauerte nur wenige Tage bis mich eine australische Freundin anbimmelte und zu einem weiteren Roadtrip überredete.

Per Boot besuchten wir zuerst die Brutstätte peruanischer Vogelarmeen und flogen danach über die Nazca Linien. Die Inkas haben damals hunderte Meter lange Figuren in den Boden gekritzelt und die Welt rätselt immer noch warum, zumal man die Linien nur aus der Luft gescheit sehen kann.

Mir begegnete ein deutsches Deutsches Pärchen und erzählte mir von den Bergen in Huaraz, angeblich mit das Beste, was sie in Peru gesehen hatten. Auch mein Dschungel-Buddy Lukas hatte mir diese Gegend schwer empfohlen. Verdammt! Schon wieder musste ich den Surf beiseite schieben, das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Nach einem mehrtägigen Zwischenstopp in Lima war ich also wieder in den Bergen. Die Wanderungen und die Lagunen waren hier erste Sahne…

Und jetzt kommt ein Brummer. Mein letzter Blogeintrag, ein ziemliches Loblied auf Peru, sorgte offenbar für ordentlich Furore in der Gegend um Huaraz. Auf Häusern, Wänden und teilweise sogar Essensständen strahlt nun mein Name in blauen Buchstaben! Chapeau liebe Bergperuaner, das war nun wirklich nicht nötig. Und das auch noch in meiner Libelingsfarbe… Junge, Junge, Junge…

Die letzten paar Tage in Peru surfte ich in Mancora auf einer Zuckerwelle, bevor es nach Ecuador ging (das auf dem Video bin nicht ich).

Ab jetzt wollte ich nur noch surfen, auch wenn Ecuador reisetechnisch eine Menge zu bieten hat. So landete ich erstmal in einem Surf/Party-Ort namens Montanita. Von Anfang an sammelte auch Ecuador viele Sympathiepunkte. Während in Chile und Peru dieselben 10 Reggaeton Lieder an jeder Ecke rauf und runter gespielt werden, schrubbt hier sogar der kleine Pizzaladen um die Ecke ordentlichen Techno. Zu meiner großen Überraschung gibt es hier sogar einen Techno-Club mit einer Funktion-One!!! sowie gutem LineUp. Es wurde gesurft und wieder ordentlich gestampft.

Nach einer Woche fand ich mein kleines Paradies Namens Ayampe und ging weiterhin nur meinem Lieblingssport nach. Spotcheck von der Dachterasse, geiler Beachbreak und ab an mal ein schöner Sonnenuntergang hielten mich hier noch eine Woche (Ecuador ist von Juli bis Dezember an der Küste die ganze Zeit komplett bewölkt).

Vor meinem Abflug ging ich wieder für ein paar Tage in die Berge in der Nähe des Vulkans Cotopaxi. Zum ersten Mal in meinem Leben bestieg ich ein Pferdl und galoppierte durch eine Herr-der-Ringe-artige Landschaft. Das war Hammer, eines meiner Highlights in Südamerika!

Damit endet mein Besuch in Südamerika, morgen düse ich nach Kuba und danach geht es weiter mit Mittelamerika.

Muchas abrazos,

Waldemaro

[foogallery id=“756″]

Beteilige dich an der Unterhaltung

2 Kommentare

  1. Schöne Grüße aus Osnabrück! Verfolge deine Reise mit Spannung und etwas Neid (ziemlich viel Neid sogar, wenn ich ehrlich bin)! Wünsche dir weiterhin viel Spaß! Pass auf dich auf!

Schreibe einen Kommentar

Antworte auf den Kommentar von Marina Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert