Nicaragua Reloaded und ein Hauch von Indien

Nach den beiden Besuchen aus Deutschland war ich etwas lädiert und outsurfed. Es wurde Zeit die Seele baumeln zu lassen und dem vom Ozean gequälten und gestählten Körper seine wohlverdiente Pause zu gönnen. Im Galopp ging es also wieder nach Nicaragua.

Mitten im Nicaraguasee, ein riesiger See mitten in Nicaragua, befindet sich eine Vulkaninsel namens Ometepe. Hier besuchte ich eine Kommune um mein Yoga- und Meditationgame etwas nach vorne zu bringen. Zu Beginn war mir das Ganze einen Tick zu hippie. Aber meine anfängliche Skepsis verflog nach ein paar Tagen und es gefiel mir dann doch sehr gut. Ich blieb sogar ganze drei Wochen und hatte hier wahrscheinlich die beste Zeit bisher. Workshops, viele hübsche Frauen, Nacktbaden, Sonnenuntergänge am Pool, auch mal ein Abendessen am Pool und jeden Freitag einen kleinen Rave (als Droge zeit man eine  Überdosis an Kakao, das lässt die Pumpe kreisen)… es war wunderbar!

Danach ging es wieder an die Küste. Ich verbrachte die nächsten zwei Monate an meinem Lieblingsstrand und in meiner Lieblingsunterkunft, Hostel Clandestino. Erbaut und geführt von einem jungen deutschen Paar (mit zwei Kindern und einem dritten in der Pipeline) besteht das Ding aus mehreren Holzbungalows, quasi mitten im Dschungel und ist 10 Minuten vom Strand entfernt. Hier war ich bereits im Januar. Diesmal konnte ich als Volunteer  aushelfen und dafür umsonst pennen. Eine Zeit lang schlief ich unterm Dach und konnte nachts die Blitze am Himmel bewundern. DIe Moskitos haben mich dann aber doch trotz Moskitonetz fertig gemacht …

Als Volunteer hatte ich eher wenig zu tun, und wir waren sowieso zu zweit. Also konnte ich meine vielseitigen Talente unter Beweis stellen: u.a. als Pizzabäcker, Babysitter, Surfcoach und Massagetherapeut. Auch beim sogenannten „Swag Aufdrehen“ habe ich mir einen Namen gemacht.

Der Surf war unerwarteterweise vor allem am Anfang katastrophal. Aber nach ca. 2 Wochen haben sich die Winde wieder eingepegelt und ich hatte hier die besten Sessions meines kurzen Surflebens. Oohh, Junge Junge…Epic!!!

Während wir einfach und glücklich dahinlebten hat sich die politische Lage in Nicaragua leider ziemlich flott verschlechtert. Aufgrund einer Erhöhung der Sozialabgaben kam es zu Demonstrationen, dabei wurden mehrere Menschen (anscheinend von der Polizei) erschossen. Daraufhin kam zu vielen weiteren Demonstrationen gegen die Regierung, bei denen noch mehr Menschen umgebracht wurden. Ende Juni waren es mehr als 200 Tote. Die Medien schreiben es der Regierung, während die Regierung alles abstreitet. Es wurden nach und nach immer Straßenblockaden errichtet, um den Druck auf die Regierung zu erhöhen, so dass die u.a. Hauptstadt Managua kaum noch zugänglich war und auch die Panamericana komplett dicht war. Unser Surfort ist recht abgelegen und von den Tumulten weit entfernt. Allerdings ist der Tourismus in Nicaragua vor allem im Juni schnell in den Keller gegangen. Wir hatten teilweise gar keine und ansonsten vergleichweise wenige Gäste. Als es dann in der nächsten großen Stadt (San Juan) keinen Sprit mehr gab und der einzige große Supermarkt leere Regale vorwies, brach dann doch etwas Panik aus. Wir hatten uns schon daraf engestellt in den nächsten Wochen nur noch Reis mit Bohnen essen zu müssen. Hotels und Surfcamps haben dicht gemacht und auch wir wollten eigentlich nach Costa Rica abhauen.  Auf jeden Fall war ich aufgrund der Situation stellenweise doch recht angespannt. Bei der Güterversorgung gab es dann zum Glück Nachschub und ich bin bis Ende Juni  Nicaragua geblieben. Danach flog ich von Costa Rica nach Berlin, begutachtete kurz die Familie und den neuen Nachwuchs und flog zwei Tage später direkt weiter nach Indien.

Mitten in der Nacht in Mumbai angekommen, stelle ich fest, dass ich mit meinen Kreditkarten kein Geld abheben kann und nur 30 Euro in der Tasche habe. Der Taxifahrer will für eine 4 Stunden Fahrt 50 Euro haben . Er bringt mich in eine schäbige, dunkle Seitenstraße, in das buchstäblich 2 qm große Reisebüro seines Chefs und irgendwie schaffen wir es doch eine Kreditkartenzahlung zum Halsabschneiderpreis zu berwerkstelligen. Die Taxifahrt beginnt erstmal mit drei dubiosen Fahrer- und Fahrzeugwechseln. Die Inder erscheinen mir alle irgendwie sehr friedlich und freundlich also vertraue ich ihnen irgendwie. Aber der Fahrstil meines Taxifahrers ließ mich schon auf sehr gute Airbags hoffen und sein Musikgeschmak gab mir den Rest …

Den Zielort erreicht, verbrachte ich die nächsten zwei Tage damit, 20-30 verschiedene Gelautomaten erfolglos auszuprobieren und meiner Bank hinterher zu telefonieren bis dann endlich meine Karten wieder entsperrt wurden. Inzwischen ist alles gut und ich arbeite wie geplant in einem Meditationsresort, allerdings geht es mir hier auch nicht allzu schlecht 🙂

Zum Schluß noch ein heißer Tipp für die zweite Jahreshälfte: wer schon immer mal mit der allerbesten Sportart anfangen oder weitermachen möchte und endlich mal einen richtigen Erholungsurlaub braucht (statt wie eine faule Gurke zwei Wochen lang am Pool rumzugammeln), der organisiert sich einen Flug nach Agadir und bucht sich bei diesem fantastischen Surfcamp in Marokko ein (bin mindestens bis Weihnachten da): https://endosurf.com/
Vom 01.08 bis zum 14.08 August bin ich wieder in Berlin (2.08-5.08 kurzer Technoausflug nach Polen). Also bis bald! Ich freue mich!

 

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El Salvador, Guatemala und wieder Costa Rica

Nach einigen Wochen in Nicaragua fuhr ich mit einem englischen Reisekollegen nach El Salvador. Das Land hat sicherheitstechnisch nicht gerade den besten Ruf, aber die Surfstrände und Touri-Gebiete gelten als sicher und surftechnisch hat El Salvador wiederum einen sehr guten Ruf. Wir mieteten uns für 10 Tage direkt vor einem Surfspot ein und konnten hier fast die ganze Zeit alleine surfen. Ein Anwohner hat uns die dabei fotografiert und ein paar fruchtige Surfbilder für diesen Blog beigetragen.

Das nächste Reiseziel war Guatemala. In meinen Surfpausen gehe ich meistens wandern und diesmal hatte ich das Vergnügen einen sehr aktiven Vulkan zu bestaunen. Einen halben Tag lang wanderte ich hinauf in die Berge bis zur Basis. Dort kann man sich dann erstmal alles anziehen was man hat und in einem sehr kalten Zelt übernachten. Nach einer kurzen, frostigen Nacht erklommen meine Reisegruppe und ich den Gipfel zum Sonnenaufgang und wurden für unsere Anstrengungen belohnt. Während die Sonne hinter hinter einem Vulkan hervorkam fing der Vulkan rechts daneben an zu feuern. Die Leute wurden hektisch und wussten kaum noch was sie lieber sehen bzw. fotografieren möchten…

Ich blieb natürlich lässig wie immer…

Anschließend verbrachte ich noch 1,5 in einem Yoga camp und fuhr daraufhin wieder nach El Salvador. Besuch aus Berlin stand vor der Tür. Marc kam mit seiner salvadorianischen Schönheit Mariela um das Land zu erkunden und gemeinsam ein paar Wellen zu schlitzen.

Mariela, unsere Expertin für Navigation und Sicherheit, zeigte uns was ihr Land zu bieten hat. Marc und ich waren positiv überrascht. Wenige Tage später fuhren wir wieder zum Ozean und nisteten uns direkt am Strand von El Zonte ein. Als erfahrener und höchst erfolgreicher Immobiliendelfin ließ sich Marc nicht lumpen und organisierte eine stattliche Casa für einen gescheiten Urlaub. Mit direkten Blick auf die Wellen, so wie es sich gehört.

Es wurde gesurft, gelacht und hauptsächlich gechillt (ungefähr so wie die letzten 9 Monate halt). Die Zeit ging leider schnell vorüber. Marc und Mariela mussten wieder zurück in den Berliner Regen und ich fuhr zügig nach Costa Rica um meinen nächsten Besuch zu empfangen.

Andy und Tine, zwoa guade Freunde von mir aus München nahmen mich vor ca. 4 Jahren mit nach Marokko, wo ich mit dem Surfen anfing und damit die Saat für diese Reise gelegt wurde. Es wurde Zeit für eine Reunion. Meine bayerischen Surfgenossen kannten Costa Rica bereits und organisierten eine Allrad-Kiste damit wir die buckeligen Straßen Costa Ricas abgrasen und Wellen jagen können.

Wir hatten hier einen feinen Surf und eine sehr guade Zeit. Andy und ich brachten sogar Tine dazu ganze 7 Star Wars Filme innerhalb von drei Wochen anzuschauen. Für eine lebenslange Nicht-Starwarslerin auf jeden Fall sehr sportlich.

Eines Tages ruhten wir uns nach dem Frühstück aus. Andy entdeckte ein Feuer auf dem benachbarten Gründstück und wir liefen rüber um es uns anzuschauen. Der Aufpasser vom benachbarten Grundstück wollte auf einem sehr trockenen Gelände und bei sehr starkem Wind etwas Laub zu verbrennen. Das ist natürlich nicht gerade empfehlenswert und dann auch ziemlich schnell zu einem Waldbrand eskaliert. Als wir erkannten, was los war, packten wir an und schleppten gemeinsam mit unseren Gastgebern Wassereimer, um das Feuer im Zaun zu halten.

Immerhin hat die Feuerwehr nach mehreren Anrufen nur zwei Stunden zum Tatort gebraucht. Der Feuerwehrwagen war mies ausgestattet und hatte einen recht kleinen Wassertank. Die Feuerwehrmänner trugen Macheten statt Feuerlöscher. Also brannte der Wald noch weitere 1,5 Tage und nahm etwas Fläche mit. Bei der Löschaktion verbrannte ich mir leider etwas haut am Knöchel und konnte 7 Tage lang nicht surfen. Am Ende ist alles gut gegangen und es gab noch ein paar sauguade Sessions. Inzwischen bin ich wieder in Nicaragua und werde hier meine letzten Monate in Mittelamerika verbringen…

Eine Galerie gibt es diesmal natürlich auch

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Kuba, Costa Rica und Nicaragua

Mit meinem kritischen, ehemaligen Arbeitskollegen Christoph, Mitbegründer des kritischen Filmabends, reiste ich zwei Wochen lang durch Kuba und nahm den Kommunismus unter die Lupe.

Fotografieren konnte ich auf Kuba leider kaum: Während meiner letzten Wanderung in Ecuador hatte meine Nikon-Kamera zu viel Regen und Hagel abbekommen und sich damit nach 8 Jahren wahrer Freundschaft von mir verabschiedet. Ich war leicht geknickt. Aber zwei Tage später gab auch meine Handykamera plötzlich den Geist auf. Also lehnte ich mich zurück und ließ diesmal meine Mitreisenden die Fotos schießen.

Kuba fühlte sich im Vergleich zu meinen bisherigen Reisezielen deutlich anders an und kann einem am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen. Hier wirkt alles noch etwas old-school, vor allem die Autos. Die Vielfalt an Nahrungsmitteln ist eher begrenzt. An meinem ersten Tag in Matanzas (wenig Tourismus) stand ich in einem kleinen Supermarkt und fand halbleere Regale vor, es gab hauptsächlich Kekse in 5kg Tüten und riesige Konservendosen mit eingelegten Tomaten. Es wird trotzdem alles leergekauft. Man kauft halt, was es gerade gibt. Die Supermärkte haben generell keine Riesenauswahl. In touristischeren Gegenden sieht es vor allem in den Restaurants etwas besser aus, aber auch nicht zu üppig und da ich schon seit längerer Zeit kaum noch Fleisch und Fisch esse, war meine häufigste Mahlzeit vermutlich Käsepizza.

Internet bzw. W-LAN gibt es nur an öffentlichen Parks. Touris und Einheimische sammlen sich in den Parks und geeken gemeinsam an ihren Handys. Internet zu Hause gibt es nicht. Dann gibt es noch zwei Währungen, die CUP (Pesos) für einheimische und die CUC für Touris ( 1CUC= 1US Dollar). Somit zahlen Touris deutlich höhere Preise, Touristenpreise sind auch in anderen Ländern üblich. Hostels gibt es im Grunde kaum. Die Kubaner dürfen aber einzelne Zimmer in ihren Häusern vermieten, das nennt sich dann casas particulares. Man mietet sich also bei den Einheimischen ein und kommt dadurch mit ihnen stärker in Kontakt.

Auch Christoph hatte ein paar kleinere Startschwierigkeiten auf Kuba. Sein Spanisch-Vokabular umfasste geschätzt ca. 20 Wörter, davon kam meistens auch nur das Wort „Si“ zum Einsatz. Wenige Kubaner sprechen Englisch. Eines Abends kam ich Heim zu unserer Casa und fand Christoph auf der Terrasse sitzend mit drei kubanischen Frauen und einem Mann. Sie redeten alle gleichzeitig auf ihn ein, während er nur nicken oder mit den Schultern zucken konnte.

Die Kubaner vermieten meistens Räume für zwei Personen. Hier und da wurde heftig um das größere Bett gestritten, aber ohne Protest konnte ich dem 2 Meter-Riesen das große Doppelbett nicht überlassen.

Unsere Route startete in Matanzas. Es folgten Santa Clara, Trinidad, Viñales und zum Schluss Havanna. Wir lernten am Anfang unserer Reise ein deutsches Reiseteam kennen, Anka und Robin, und haben fast die ganze Tour durch Kuba gemeinsam bestritten. So konnten wir uns immer ein Taxi teilen statt Busse nehmen zu müssen. Autos sind auf Kuba sehr teuer, also gibt es größtenteils sehr schöne alte Kisten oder ab und an mal Pferdl mit Kutsche.

Insgesamt waren Christoph und ich nach zwei Wochen Kuba ziemlich begeistert. Hier läuft nicht alles rund. Das US-Embargo macht die Situation auch nicht einfacher. Aber vieles ist richtig gut. Die Gesellschaft kommt mir wirklich gleicher vor als in anderen Ländern. Es gibt freie Bildung und freie medizinische Versorgung für alle sowie weitere Unterstützung vom Staat. Ich habe in den zwei Wochen kaum Armut gesehen und keinen einzigen Obdachlosen,was nicht heißt, dass es keine gibt aber im Vergleich zu den bisher besuchten Ländern in Mittel- und Südamerika merkt man das schon deutlich. Städte und Straßen sind überraschend sauber. Ich fühlte mich hier so sicher wie in keinem anderen Land in Lateinamerika bisher. Auch Nachts durch Havanna spazieren war kein Problem.

Wenn die Kubaner mit ihrem Salsa loslegen, ist eh alles vorbei! Ich war so begeistert, dass ich sogar Salsa Kurse in Havanna nahm. Meine beiden Salsa-Lehrerinnen waren leicht verzweifelt, denn beim Tanzen kam der steife Eisenbieger durch. Havanna an sich war wahrscheinlich die schönste Stadt, die ich bisher auf meiner Reise sah. Landschaftlich war vor allem Viñales ein Highlight und die Strände haben zwar keinen Surf sind aber auch sehr sahnig.

Von Havanna aus flog ich nach Panama City und fuhr von dort aus direkt weiter nach Costa Rica. Mein nächster Stopp hieß Santa Teresa.

Das ist ein wirklich sehr guter Beachbreak und 1-2 mal die Woche gibt es Raves am Strand. Ständig auf Achse zu sein ist auf Dauer etwas anstrengend. Hier gefiel es mir auf Anhieb sehr gut. Also mietete ich mich für fast einen Monat ein und verbrachte Weihnachten und Silvester.

Von Santa Teresa aus ging es weiter nach Nicaragua, Playa Maderas. Hier hauste ich quasi mitten im Dschungel in einem kleinen Hostel, bestehend aus Holz und Hängematten. Ab und an sieht man wie ein paar Äffchen über die umliegenden Bäume klettern und sich Papayas krallen und zum Strand sind es 10 Minuten barfuß. Der Surfspot machte mich am Anfang etwas skeptisch, die Wellen waren ziemlich klein. Nach einer Woche gab der Ozean endlich etwas Gas und es wurde ca. schulter- bis kopfhoch. Für mein Level perfekt. Bisher der beste Spot, den ich in meinen 3 Wochen in Nicaragua gesurft bin, auch wenn es tagsüber sehr voll ist.

Seit ich in Mittelamerika bin, gibt es nur noch Strandleben. Es wird hauptsächlich gesurft und vom Reisen habe ich inzwischen genug. Wenn ich nicht gerade den Ort wechsle besteht mein Alltag im Grunde aus 1-2 mal Surfen, Essen, Lesen, ab und an ein Mittagsschlaf in der Hängematte und meistens geht es auch früh ins Bett. Manchmal bin ich auch zum Surfen zu faul und deshalb hängt an der Wand eine Zeichnung von meiner Nichte als Motivator, auf der ich hart am rippen bin (was in der Realität nicht der Fall ist).

Wenn ich abends zum Sonnenuntergang nicht im Wasser bin, sitze ich am Strand und mache Fotos, inzwischen habe ich auch eine neue Kamera.

Meine einzige touristische Unternehmung in den letzten beiden Monaten beschränkt sich auf die Stadt Granada, Nicaragua. Von hier aus besuchte ich einen aktiven Vulkan. Tagsüber sieht man nur den Rauch aus dem Krater aufsteigen und einem wird von den Gasen etwas schwindelig (in Deutschland wäre das vermutlich verboten) aber abends kann man auch Lava im Krater erkennen.

Zum Schluss gibt es noch ein paar gute News. Ich lande am 1.08 wieder in Berlin und bleibe ca. 2 Wochen da. Ab Mitte August geht es nach Marokko, worauf ich mich schon sehr freue. Hier werde voraussichtlich bis Jahresende in meinem heißgeliebten Surfcamp arbeiten, entweder als Fahrer oder Teamer für Surfanfänger.

Das wars mal wieder liebe Freunde. In ein paar Monaten gibt es Nachschub. Weiter unten gibt es mal wieder eine kleine Bildergalerie.

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Von Chile nach Ecuador

Der erste Monat in Peru hatte es ziemlich in sich. Wir waren erschöpft. Die letzten beiden Tage in Lima nutzten wir um uns auszuruhen und Aikos größte Bildungslücke zu schließen: Wir deckten uns mit Oreo -Keksen und Marmorkuchen ein und schauten uns Predator 1 bis 3 an.

Gut erholt und zuckerkrank flogen wir einen Tag später nach Chile. Dieses Land war mir von Anfang an sympathisch. Gute Straßen, trinkbares Leitungswasser und ein ziemlich beliebtes Bier namens Becker, was manchen Chilenen mit Freude grinsen lässt, wenn er sich meinen Pass anschaut.

Chile hatte landschaftlich einen guten Ruf zu verteidigen. Che Guevara hatte mir mit seinen Motorradtagebüchern das Land schmackhaft gemacht. Wir düsten per Flugzeug in die Atacama Wüste im Norden Chiles. Atacama, die trockenste Wüste der Welt hat überraschend viel zu bieten und wir hatten leider nur 3 Tage Zeit. Ohne Rücksicht auf Verluste knallten wir unseren Stundenplan mit Touren voll und haben dafür einiges geboten bekommen.

Wir sahen den Sonnenuntergang am Valle de la Luna (Tal des Mondes), einen glasklaren Sternenhimmel, Salzfelder, Lagunen, Flamencos, viel Wüste und zum Schluss einen ziemlich heftigen Sandsturm, bei dem die Straßen kaum noch zu sehen waren.

Zurück in Santiago angekommen, waren wir durch den Schlafmangel und die Tourerei wieder genauso K.O wie vor der Predator-Filmreihe. Mehr Kekse und Marmorkuchen mussten her, denn auch Terminator 2 hatte mein junger Reisebuddy noch nicht gesehen. Der Power-Balken war nun auf 100 und es ging nach einem Monat Pause nun wieder zum Surfen.

Kurz nach unserer Ankunft in einem schönen kleinen Örtchen namens Pichilemu, ging es direkt zum Spotcheck an den Hauptspot, Punta de Lobos. Eine fette schiebende Linke rollt hier rein wie ein ICE und walzt alle Steine und manchen Surfer in der Impact-Zone nieder. Bis wir den ersten Ronny mit einem gesnappten ( komplett durchgebrochenen) Board gesehen haben, dauerte es ca. 15 Minuten.

Das war nix für mich, aber für Aiko genau das richtige. Also buchten wir uns in verschiedenen Hostels ein, denn der Beachbreak (Strand), an dem ich mich versuchte, war ein Paar Kilometer weiter nördlich. Aiko surfte seine Wände und ich planschte im Beachbreak. Das Wasser war so kalt, dass jeder Duck-dive in einem Brain-Freeze resultierte und nach spätestens einer Stunde wurden meine Füße taub vor Kälte.

Da ich gegen Ende November in Ecuador sein musste, entschied ich mich Richtung Norden aufzubrechen. Aiko hatte nur noch eine Woche bis zu seinem Rückflug übrig und blieb natürlich an seiner Paradieswielle. Wir verabschiedeten uns voneinander mit einer Umarmung und zwei Tränen und ich reiste von nun an alleine weiter.

Ich machte einen kurzen Zwischenstopp in Valparaiso, eine Künstlerstadt, die vor allem für ihre Streetart Kultur bekannt ist.

Danach ging es mit Vollgas weiter und nach ca. 54h Stunden Busfahrt und einem kleinen Zwischenstopp im Norden Chiles war ich wieder in Peru. Südlich von Lima nistete ich mich ein und begann wieder zu surfen. Eigentlich wollte ich ab jetzt nur noch surfen, da es bisher insgesamt etwas zu kurz kam. Doch es dauerte nur wenige Tage bis mich eine australische Freundin anbimmelte und zu einem weiteren Roadtrip überredete.

Per Boot besuchten wir zuerst die Brutstätte peruanischer Vogelarmeen und flogen danach über die Nazca Linien. Die Inkas haben damals hunderte Meter lange Figuren in den Boden gekritzelt und die Welt rätselt immer noch warum, zumal man die Linien nur aus der Luft gescheit sehen kann.

Mir begegnete ein deutsches Deutsches Pärchen und erzählte mir von den Bergen in Huaraz, angeblich mit das Beste, was sie in Peru gesehen hatten. Auch mein Dschungel-Buddy Lukas hatte mir diese Gegend schwer empfohlen. Verdammt! Schon wieder musste ich den Surf beiseite schieben, das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Nach einem mehrtägigen Zwischenstopp in Lima war ich also wieder in den Bergen. Die Wanderungen und die Lagunen waren hier erste Sahne…

Und jetzt kommt ein Brummer. Mein letzter Blogeintrag, ein ziemliches Loblied auf Peru, sorgte offenbar für ordentlich Furore in der Gegend um Huaraz. Auf Häusern, Wänden und teilweise sogar Essensständen strahlt nun mein Name in blauen Buchstaben! Chapeau liebe Bergperuaner, das war nun wirklich nicht nötig. Und das auch noch in meiner Libelingsfarbe… Junge, Junge, Junge…

Die letzten paar Tage in Peru surfte ich in Mancora auf einer Zuckerwelle, bevor es nach Ecuador ging (das auf dem Video bin nicht ich).

Ab jetzt wollte ich nur noch surfen, auch wenn Ecuador reisetechnisch eine Menge zu bieten hat. So landete ich erstmal in einem Surf/Party-Ort namens Montanita. Von Anfang an sammelte auch Ecuador viele Sympathiepunkte. Während in Chile und Peru dieselben 10 Reggaeton Lieder an jeder Ecke rauf und runter gespielt werden, schrubbt hier sogar der kleine Pizzaladen um die Ecke ordentlichen Techno. Zu meiner großen Überraschung gibt es hier sogar einen Techno-Club mit einer Funktion-One!!! sowie gutem LineUp. Es wurde gesurft und wieder ordentlich gestampft.

Nach einer Woche fand ich mein kleines Paradies Namens Ayampe und ging weiterhin nur meinem Lieblingssport nach. Spotcheck von der Dachterasse, geiler Beachbreak und ab an mal ein schöner Sonnenuntergang hielten mich hier noch eine Woche (Ecuador ist von Juli bis Dezember an der Küste die ganze Zeit komplett bewölkt).

Vor meinem Abflug ging ich wieder für ein paar Tage in die Berge in der Nähe des Vulkans Cotopaxi. Zum ersten Mal in meinem Leben bestieg ich ein Pferdl und galoppierte durch eine Herr-der-Ringe-artige Landschaft. Das war Hammer, eines meiner Highlights in Südamerika!

Damit endet mein Besuch in Südamerika, morgen düse ich nach Kuba und danach geht es weiter mit Mittelamerika.

Muchas abrazos,

Waldemaro

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Dos Osos en Peru

Bewaffnet mit Thrombosestrümpfen starteten wir von Madrid aus unsere Reise nach Peru. Die Anreise zu unserem ersten Ziel sollte nur ca. 40h dauern. Am Flughafen Lima angekommen, mussten wir uns zunächst einen halbwegs gemütlichen Platz zum Übernachten suchen. Aiko, mein compañero und Reisebuddy für die ersten zwei Monate, fackelte nicht lange, rollte seine Yogamatte aus, holte sein Arsenal an warmen Klamotten ausm Rucksack und kombinierte diese zu einer umgekehrten Zwiebel. Dieser Fuchs hat dabei auch noch die Rucksäcke mit der Leash an seinem Fuß befestigt, damit sie ihm beim Schnarchen nicht geklaut werden.

Am nächsten Morgen nahmen wir noch einen Flug und nach zwei weiteren Busfahrten waren wir endlich an unserem ersten Ziel angelangt: Lobitos.

Nach dem Einchecken im Hostel sind wir erstmal losgezogen um die Wellen zu begutachten. Wir wussten bereits, dass es sich um einen kleinen Ort handelt, in dem man in einfachen Verhältnissen lebt. Doch dass wir in einer absoluten  Geisterstadt landen werden, war uns nicht klar.

Überall nur Ruinen und Bruchbuden. Ich glaube nicht, dass ich schon mal einen dermaßen runtergekommenen Ort gesehen habe. Wenn ich das richtig verstanden habe, war das mal ein ziemlich beliebter Ort für die peruanischen Touristen. Doch die bleiben sein ein paar Jahrzehnten aus und jetzt gehört die Gegend wohl dem Militär. Im linken Flügel des Hauses auf dem oberen Bild wohnt sogar ein Paar. Sie zahlen umgerechnet 25€ Miete monatlich an das Militär. Ein peruanischer Statiker kann auch mal beide Augen zudrücken. Auf jeden Fall ist das der perfekte Ort um mal einen korrekten Zombiefilm zu drehen.  Ein erstes Casting haben wir schon mal durchgeführt.

Unbeirrt von der Umgebung zogen wir die Neos an und gönnten uns noch am Anreisetag gleich die erste Surfsession. Schnell wurde klar, die Wellen hier sind nicht von schlechten Eltern sondern feinste Demeter–Qualität. Kein wunder, dass hier so viele Surfhostels sind. Hier laufen zwei bis drei wirklich perfekte linke Wellen und die sind auch noch richtig lang. In dem Mainspot Piscinas läuft man sogar direkt ins Line–Up wieder rein nachdem man die Welle gesurft ist.

In den frühen Morgenstunden sind wir teilweise komplett alleine im Wasser gewesen. Falls da vor 9 Uhr noch andere Surfer ins Wasser kamen, waren das meistens „kooks“ (Pfeifen), die entweder zu tief sitzen oder nicht peilen wie man die Welle anpaddelt. Aiko sagt dazu nur: „Chewbacca, alle Systeme sind ausgefallen…“

Der Surf war hier so phänomenal, dass ich hier innerhalb von einer Session mehr linke Wellen als in meinem ganzen Surf-Leben zuvor hatte und die waren auch noch ziemlich lang (in Marokko läuft zugegebenermaßen fast alles nach rechts). Hier und da taucht im Line–Up eine Robbe auf und grüßt. An anderer Stelle liegt aber ein riesen Robbenkadaver und bringt jede Nase zum kollabieren. Wahrscheinlich  komme ich nochmal hierher wenn ich demnächst wieder in Peru auf der durchreise nach Ecuador bin.

Nach ein paar Tagen verließen wir Lobitos und machten uns auf Richtung Süden, surften an zwei weiteren Orten und kamen schließlich nach 1,5 Wochen in Chicama an, ein Ort an dem die längste linke Welle der Welt läuft.  Angeblich bis zu 4km sollen es sein, jedoch hat sie noch keiner komplett durchgesurft. Leider war zu wenig swell da (nicht genug Welle) während wir vor Ort waren und so lungerten wir in unserem Hostel rum oder gingen doch ins Wasser und nahmen ein paar knie- bis hüfthohe Wellen.

An unserem Abreisetag sollte endlich etwas mehr Welle reinrollen und ich hatte mir bereits ausgerechnet, dass wir noch zwei Sessions abliefern können bevor wir den Bus nehmen. Daraus wurde aber nichts. Am Abend zuvor kauften wir uns Avocados mit suspekt glatter Haut (das Fruchtfleisch aber tiptop) und aßen diese als Guacamole zum Abendessen. Ich wachte morgens auf und rief zu Aiko, dass mein Magen flau sei und ich mich gleich übergeben werde. Er machte zunächst noch einen Joke über mich und sagte, er würde gleich trotzdem ins Wasser gehen. Ca. 15 Minuten später saß er aber auf der Schüssel und gab alles was er hatte.  Den Rest des Tages lagen wir komplett zerstört im Bett und versuchten zwischendurch unseren Kram zusammenzupacken. Wenigstens hatten wir noch 18 Stunden Busfahrt vor uns. Glücklicherweise haben die Straßen im Norden Perus mehr Krater als der Mond (hier gab es durch die heftige Regenzeit am Anfang des Jahres einige Überschwemmungen).

Entsprechend bedient kamen wir in Lima an, wurden jedoch direkt abgeholt und zu Cecilia‘s Mom gebracht. Cecilia habe ich auf Hamudis Hochzeit diesem Sommer kennengelernt. Sie lebt in Berlin und hat es gedeichselt bekommen, dass wir bei Ihrer Mom in Lima unsere Bretter einlagern können. Ein Riesen Dankeschön an dieser Stelle an Cecilia, ihre Schwester Lucy und ihre Mutter Jesus (ja so heißen manchmal Frauen in Lateinamerika) für die riesen Hilfe.

Nun konnte unser Touriprogramm starten. Wir flogen nach Iquitos, eine Stadt mitten im Amazonas-Dschungel Perus, die nur per Boot oder Flieger zu erreichen ist. Ich fand einen vielversprechenden Dschungelguide im Reiseführer und buchte eine 4 tägige Tour in den Dschungel.

Mit dabei waren zwei deutsche Boys: Lukas und Marius. Sie kamen in ihren Semesterferien nach Peru um als Freiwillige an einer Schule im Norden auszuhelfen. Es ging ursprünglich darum den Jugendlichen moralische bzw. ethische Werte zu vermitteln. Als sie an der Schule ankamen, waren die Zustände anders als erwartet. Dort waren keine Jugendliche sondern Kids und die Schule selbst war heruntergekommen. Also starteten sie über Whatsapp, Facebook und co. einen Spendenaufruf, sammelten 3600 Euro und haben mit ihrer Wertarbeit die gesamte Schule kräftig aufgemöbelt. Danach kauften sie Spielzeug und ließen einen Zahnarzt kommen, der alle Kids mal durchgecheckt hat. Da sieht man mal, was alles geht wenn man nur will. In meinem kritischen Herzen haben die Jungs einen Platz sicher und eine Gin-Tonic-Spende beim Besuch im Berlin.

Zusammen mit unserem Guide Walter ging es nun in den Amazonasdschungel.  Mit kleinen Holzbooten fuhren wir durch unzählige kleine enge Flüsse und bestaunten die Natur. Bei den Wanderungen zwischendurch holte Walter seine Machete raus und hackte den Weg frei. Wir sahen viele Tiere, aßen Früchte, lernten kleine Dörfer im Dschungel kennen und angelten in den Abendstunden unseren Fisch. Zu Glück konnte Walters Gehilfe deutlich besser angeln als wir, sonst wären wir verhungert. Nachts konnte man einen tollen Sternenhimmel und lauter Glühwürmchen um sich herum beobachten. Ein Hammer Trip war das.

Bei einer Expedition in der Nacht wurde ich plötzlich von der sog. Armadillo Wasp gestochen. Laut Recherchen im Internet einer der schmerzhaftesten Stiche überhaupt. Einem Löwen macht der Schmerz nichts aus, aber dass meine fruity Hand so dick anschwoll und ich mit meinem Daumen kaum noch meine Finger berühren konnte, war dann doch nicht so korrekt.

Bei einer Exkursion am Tag nach dem Dschungeltripp besorgte ich mir auf Empfehlung irgendeinen Anaconda-Schleim am Schamanenstand auf dem großen Belen-Markt in Iquitos. Abends im Hostel schmierte ich mir diesen Schleim auf meine Hand und warf kurz darauf das Zeug in die Tonne, der Geruch war katastrophal. Zwei Stunden später beim Abendessen merkte ich wie die Schwellung deutlich zurückging. Begeistert von dem Heileffekt ging ich dann doch weider zur Tonne im Hostel um das Zauberfläschchen zurück zu holen. In der Zwischenzeit wurde aber die Tonne entleert und ich hatte noch ein paar Tage lang meine Michellinmännchenhand.

Unsere nächste Station hieß Cusco. Eine wirklich sehr schöne Stadt in den Bergen Perus. Ursprünglich wurde Sie mit pumaförmigem Umriss von den alten Inkas erbaut. Dabei haben sie riesige Steine perfekt zurecht geschlitzt und ineinander gefügt. Wie sie das gemacht haben, ist heute noch unklar. Als die spanischen Eroberer kamen und die Inkas wegrasiert haben, bauten sie als Dank auch noch ihre Häuser einfach drüber, was ein interessantes Stadtbild ergibt.

Nachdem wir uns Cusco genauer angeschaut haben, machten einen Tagesausflug auf den sog. rainbow mountain (bunter berg). Hier muss man von ca. 4300m auf 5200m bis zum Gipfel hochsteigen. Der Anstieg dauert ca. 2h und bringt die Pumpe ordentlich zum beben und Aiko zum Fluchen. Das Ganze sollte als Warmup für die nächsten Tage dienen.

Wir kamen nämlich auf die tolle Idee einen 3 tägigen Hike zum Machu Picchu zu machen. Als Ausrüstung hatten wir zwei Wander-Profis jeweils eine Jeans und unsere Turnschuhe dabei (ich trug meine flachen Skaterschuhe). Wir liefen bis zu 36km am Tag durch Steine, Geröll und Matsch. Immerhin hat es ab und an viel geregnet und manchmal sogar geschneit. Doch auch nachts war es Arschkalt im Zelt. Am 4. Tag kamen wir gg 6 Uhr morgens nach 1,5 Stunden Treppensteigen endlicham Ziel an. Und da war er, der Machu Pichhu…

Dieser Anblick enttäuschte den einen oder anderen Touristen und ließ ihn weiterlaufen. Unbeirrt warteten wir als geduldige Surfistos einfach 5 Minuten und konnten dann doch noch die Postkartenshots für unsere Muttis schießen.

Die gesamte Anlage ist sehr beeindruckend und nicht umsonst das Highlight Perus. Ziemlich abgefahren, was die Inkas da im Detail gebaut haben. Ich war froh am Ende der Woche wieder in einem Bett zu sein, denn meine Füße glühten wie Eisen und Aikos Nase lief wie ein Wasserfall. Es war ein sehr intensiver Monat. Peru hat unsere Erwartungen auf jeden Fall übertroffen und wir bedanken uns für diese tolle Zeit mit einer kleinen 4/4-Takt Stampfeinlage… (mehr Bilder weiter unten)

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Cap de L’Homy, Frankreich

Mein neues freies Leben begann ich zunächst mit dem Garbicz Festival. Ein wenig Stampfen war genau das richtige nach den turbulenten letzten Wochen. Nach 4 Tagen Funktion One Zuhause angekommen, Klamotten in die Waschmaschine geworfen und 1,5 Tage später mit Louisa den Flug nach Bordeaux genommen. Dank Abholservice durch Aiko und Julian waren wir bereits gegen Mittag am Ziel: Cap de L’Homy – ein Campingplatz im feinsten Pinienwald Frankreichs und natürlich direkt an der Atlantikküste. Vom Zelt bis zum Strand sind es 5 Minuten, da kann man nicht haten.

 Zunächst mal meine Crew von links nach rechts: Louisa, Aiko, Hedder und Julian, kenne ich alle aus dem Surfcamp in Marokko. Aiko wird mich übrigens die ersten zwei Monate in Peru und Chile begleiten.

Der Tagesablauf richtet sich im Grunde nach den Gezeiten. Morgens aufstehen, zur Düne laufen und Spotcheck machen. Wenn Welle läuft, Neo rauf und rein da. Wenn nicht, frühstücken und warten bis Welle läuft. Alternativ pennen oder am Strand brutzeln, je nach Gusto. Wenn ich zwischendurch versuchte mal im Zelt was zu lesen, gesellte sich mein wirklich sehr netter Tent-Buddy Julian zu mir, holte seine JBL-Box raus und beschallte mich mit mit Hafti, Kollegah und Reggaeton aus Nicaragua oder anderweitigem Trash. Daraufhin holte ich meinen Bosix und gab ihm Opersänger, Hundi und Bianco, was ihn sehr beglückte. Doch auch nach zwei Wochen konnte er diese Klassiker nicht richtig wiedergeben (Baby wenn ich groß bin, werde ich Opernsääänger… oh gott, oh gott). Sollten sich nächstes Jahr unsere Wege kreuzen, wird das nochmal geübt!

 Dank halbwegs funktionierendem Internet und Youtube fand auch Assi Toni eine erstaunliche Renaissance und wurde ca. 300 mal am Tag zitiert. So führten wir unser simples und glückliches Campingleben, während das Niveau Tag für Tag ein gutes Stück tiefer in den Abgrund rutschte.

Nach einer Woche bekamen wir Besuch von einer ganz besonderen Art: Der berüchtigte Gemeinhard, einer der besten Menschen dieser Welt, tauchte auf unserem Zeltplatz auf, campte und surfte mit uns für ein paar Tage.

Zunächst gingen wir zu zweit ins Wasser, die Wellen waren klein und Meini konnte ein paar Basics in Ruhe üben. Als blutiger, jedoch sehr ambitionierter Surfanfänger hat sich Meini wirklich gut angestellt. Doch wie es der Swell so wollte, wurde es zum Abend hin etwas größer und knackiger (teilweise über kopfhoch, je nach Wasserstand ziemlich hohl). Auch ohne Durchtauchtechniken, dafür mit unbändiger Willenskraft und einem ziemlich großen Hang zum Kamikaze-Dasein hat es Meini ins Line-Up geschafft und ist ein paar ordentlich große Wellen angestartet.

Diesen Moment, bei dem ich über eine Welle paddele, nach rechts schaue und Gemeini wild entschlossen eine kopfhohe Welle anstarten sehe, er im Gleitstütz mit Vollgas runtersaust und volles Rohr einen Nose-Dive hinlegt, so dass Sekunden später nur noch eine Weißwasserwalze und ein durch die Luft fliegendes NSP-Board zu sehen ist, werde ich vermutlich nie vergessen. Auch nachdem ihm Aiko am nächsten Tag den Tipp gab, nicht die Setwellen anzustarten, paddelte er erstmal die größte Setwelle an. Chapeau lieber Gemeinhard. Over-the-Falls ist sein Hobby.

Nach Meinis Abreise haben uns Surfkollegen aus Berlin (die sehr ordentlich rippen) eine etwas abgelegene, aber perfekte Sandbank gezeigt, so dass wir uns noch in den letzten Tagen ein paar Topwellen abholen konnten.

Ein paar Eindrücke gibt es in der Galerie unten. Für die beteiligten hier der Link zum ziehen: https://www.icloud.com/sharedalbum/#B0S5Uzl7VGaeV04

Das war es zunächst. Inzwischen sind Aiko und ich in Peru und wenn es das Internet zulässt gibt es demnächst den nächsten Beitrag.

 

In diesem Sinne,

Adios Amigas und Muchachos

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Chillkassette 4 – Seite B

Hallo liebe Freunde der elektronischen Trommelkunst,

als Fortsetzung der 4. Chillkassette gibt es nun die dazugehörige Seite B…

Gechillt fängt es wie immer an, aber nach ca. 50 Minuten geht das Gestampfe los und zwar fast bis zum Schluss. Also genau richtig für laue Sommerabende, die etwas ausarten sollen, wenn es dunkel wird. Ein paar Übergange habe ich ziemlich versiebt, aber das macht nichts. Denn die Zeit bzw. das Equipment, um das Ganze nochmal aufzunehmen, habe ich vermutlich erst in einem Jahr. Also dachte ich mir lieber jetzt als zu spät. Viel Spaß beim shuffeln.

Abschiedspicknick

Hallo allerseits,

das war eine ziemlich fruchtige Fiesta. Der Park zeigte sich in sattem Grün, Nummer 5 war in Topform und ein paar Bälle wurden auch hin und her geworfen. An dieser Stelle nochmal besten Dank an Jonas, der nicht nur das Catering organisiert hat, sondern auch den Riesen im Ballfangen bezwungen hat

Ansonsten gibt es natürlich noch ein paar Erinnerungfotos hier unten. Wer möchte kann diese auch unter folgendem Link runterladen: Hier

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Marokko 2017

Der Marokko-Urlaub im April war wohl der intensivste Surftrip, den ich bisher hatte. Mit Aiko als Kapitän (mittig im Titelbild) war ich in einer Gruppe von 6 bis 8 Mann unterwegs. Wir hatten sehr unterschiedliche Bedingungen in der ersten Woche. Es war teilweise sehr windig und von der Wellengröße her eher klein bis schulterhoch. Im Grunde optimal um an der Technik zu feilen und sich ein wenig zu einzusurfen. 

Doch was danach kam, sollte die Limits für jeden Kursteilnehmer ordentlich nach oben schrauben: Ein Geballer vom Herrn, das mindestens drei Tage anhielt. Das folgende Video kann einen kleinen Eindruck vermitteln

Das geschulte Auge sieht, es scheppert! Unsere Gruppe sieht man als kleine Pünktchen in der rechten Hälfte des Bildes. Am ersten großen Tag bin ich gar nicht ins Wasser gegangen, da ich beim Einstieg vom Riff gespült wurde während ich auf eine kleine Set-Pause wartete. Am Tag danach habe ich es dann rausgeschafft und wurde massiv vermöbelt. Zwei Tage später wurde es wieder massiv und so ziemlich alle anderen Kursteilnehmer, die vorher gut weggekommen, sind haben ihre Tracht Prügel kassiert. Zum Schluss kam Aiko mit zwei Brettern ausm Wasser. 

Die Planke wurde inzwischen geflickt und geschliffen und wartet auf ihr baldiges Comeback in Peru…
Um das ganze zu verarbeiten und etwas zu entspannen wurde abends hart auf der Dachterasse gehustlet, Fabian zeigt wie es geht:

Und hier noch ein paar Bilder…
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